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Die ersten beiden programmatischen Titel lösten während der nicht enden wollenden heipraktischen Konzerttätigkeit, die im September 1992 nach der Veröffentlichtung von "A blede Gschicht" begann und ohne maßgeblichen Ruhepausen bis Oktober 1993 andauerte, den langjährigen Opener "Schoin/Rende/Woa" ab.
NA, SO WIRST NED OID
(P. Lynott, S. Gorham/ O. Kurti)
WIRKLICH WAHR
(F. Miller, D. & H. Bellamy, J. Barry/O. Kurti)
"Aus meiner Sicht gibt es bei der Chefpartie ja kaum wissenschaftlich interessnte Phänomene", meint Sexualberater Horak, "was jedoch in den ersten Septembertagen (93) zu beobachten war, ist mir in meiner langjährigen Praxis noch nicht untergekommen. Geplant waren ein paar Probentage, als Vorbereitung auf die anstehenden Live-Aufnahmen im Oktober. Was dann in den eineinhalb Wochen im "Blue Orange" - Studio geschah, war ein Kreativitätsschub von geradezu beänstigenden Ausmaßen, ein extremer Fall von Sublimierung, wie der Freudianer sagen würde." Insgesamt zwölf neue Nummern wurden erarbeitet, umgehend einer Expertengruppe (Kurtologen, Chefheads, ect.) vorgestellt, bei zwei Konzerten in Tirol und Oberösterreich diversen Belastungstests unterzogen und bereits wenige Tage später im "Bank Austria" - Zelt aufgenommen. Ein halbes Dutzend fand schließlich den Weg auf diesen Tonträger, der mit einem 50 Prozent-Anteil von neuen, unveröffentlichten Nummern in der Welt der Live-Platten eine ziemliche Sonderstellung einimmt.
INCOGNITO
(K. Horak/O. Kurti)
De langen Wimpern aus da Parfumerie
Lippen lackiert. Nägel bluatrot
Uuh heit wüst es wissen, heit gemma in de Stodt
De teire Jackn, des große Göd
Heit fahr ma mitn Taxi, wos kost de Wöd
Tisch reserviert, mia 2 zu zweit
Uuh drauf hob i gspart und heit is so weit
Mia kumman in de Hittn, bist mitn Kellner glei auf Du
Er loßt se ned lang bitten, schüdert eicha erstes Rendezvous
Triffst no 6 von deine Ex und 4 Freind ausn Büro
Do waaß i: wann i mit dia no amoi fuat geh
Dann nua INCOGNITO
A neiche Hittn, a neiches Glück
Es wird späta, da Grant vafliagt
Es letzte Achtel wird prolongiert
Uuh do hea i wem griaßn oda hob i mi girrt?
Na, weu scho hockt se ane zuwe und da Freind hockt se dazua
Sie wü ganz vü von mia wissen und er mant "Gö, du wüst dei Ruah?"
"Ah wos Ruah," sog i, "a Ruah gibts ned vua muagn in da Fruah."
Oba wann i no amoi fuatgeh
Wann i wieda unter dīLeit geh
Dann nua no INCOGNITO
Dieser Klassiker von Johnny "Guitar" Watson ist nicht zuletzt deshalb neu im Repertoire, weil er Dr. Kurt die Gelegenheit gibt, laut über eine stille Plage nachzudenken, die auch vor ihm selbst nicht halt macht. Im Sinne der vergleichenden Verhaltensforschung verweist Dr. Kurt in diesem Zusammenhang immer wieder gern auf die Bewohner von Entenhausen, im besonderen auf Franz Gans, den immermüden Knecht von Oma Duck, der vielen aus der Seele spricht, wenn er - schlaff im Schatten eines Apfelbaumes sitzend - über seinen Gesamtzustand räsoniert und zu dem Ergebnis kommt: "Appetit gut, aber immer müde, müde!"
SO MIAD
(J. Watson/O. Kurti)
Woch auf und bin scho wieda miad hob fia nix a Kroft
Heit kriag i an Besuch, sie wa a anziga Gewinn
Sie woat vua da Tia, i steh ned auf und geh ned hin
Weu i bin miad
SO MIAD, SO MIAD
Do bleib i liaba liegn
Bin zīmiad zum Geh, zīmiad zum Steh
Ansunstn fehlt ma nix, es tuat ma a nix weh
I bin nua miad
SO MIAD, SO MIAD
I bleib liaba liegn
I knack mein 3. Jackpot, ziag es 12. Große Los
Könnt mi badna in dem Göd, oba i denk ma: Ah wos
Mei Hittn steht in Flammen, unt schrein olle: Spring
I steh obn am Fensta, wink obe und sing
I bin miad
SO MIAD, SO MIAD
I bleib liaba liegn
Erstmals auf Tonträger erhältlich: Die Ergebnisse der Studie von Ostbahn/Horak über den Einfluß des Kraftfahrzeugs auf das männliche und weibliche Sexulaverhalten.
WOS WÜ DE WÜDE HILDE?
(W. R. Emerson/O. Kurti)
Der geübte Konzertbesucher weiß, daß Dr. Kurt Belehrung und fachärztliche Beratung stets ein großes Anliegen sind. Dieses neue Lehrstück, sowie das nachfolgende musikalische Rechenbeipiel entstammen dem unvollendeten Textzyklus "Canoa oder Paßts auf, seids vuasichtig und loßts eich nix gfoin." (Arbeitstitel)
SO A GLÜCK
(M. Adretti, J. Havlicek/O. Kurti)
Es hod se halt so ergebn
Zerscht singt ma, dann trinkt ma
und ma kummt so ins Redn
Jetzt kehrns uns do auße
Jetzt jankerns do zua
Tat sogn: Brenn ma und gemma
Obwoi zum Sogn gabats no gnua
De Wöd is no im Pyjama
Oba mia san no ka bißl miad
Und du sogst grod wia i sogn wü:
SO A GLÜCK IS MA NO NIE PASSIERT
SO A GLÜCK IS MA NO NIE PASSIERT
Mia 2 ham scho gnua gsehn
Daß ma wissn vo wos ma redn
Und wiaso ma uns stundenlang anschaun
Ois tät grod a Wödwunda gschehn
De Wöd fahrt scho in de Hockn
Oba mia san no ka bißl miad
Halten uns anananda au weu:
SO A GLÜCK IS MA NO NIE PASSIERT
SO A GLÜCK IS MA NO NIE PASSIERT
1+1=3
(M. Adretti, J. Havlicek/O. Kurti)
Du und i san 2 und so sollts a sei
Nua du bist ned allaa:
1 + 1 = 3
Er waaß nix von uns 2 und so solls a sei
Dei Oida waaß nix von uns 2 und so solls a sei
Des wissn nua mia 2:
1 + 1 = 3
1 + 1 = 2 sogt ma, do hüft ka Rechnerei
1 + 1 = 2 sogt dei Oida und des mit eich 2 is vuabei
Oba mia 2 bleiben dabei:
1 + 1 = 3
Dieser Albert King - Evergreen aus der Feder von Booker T. Jones wurde von Alfred "King" Karasek, dem Miterfinder des FavoritīnīBlues und Vater des Prinzen, in das Repertoire der Chefpartie lanciert. Aus familären Gründen: " Da kann da Bua zagen, daß er vom Vatern ned nua Schnapsen g'lernt hod." Der schwermütige Text (entstanden auf Tournee in einer Vollmondnacht im Mai 93) weist Dr. Kurt auch als kritischen Kenner von Esoterik, Grenzwissenschaften und Astrologie aus:
I HOB AN GLÜCKSSTERN
(B. T. Jones, W. Bell/O. Kurti)
I hob mehr des Pech pocht, weu mei Stern do drobn is hi
Da Köch und da Wickl san vo klaa auf meine Freind
Statt daß ma wer andara zuageht rennens olle weg von mia
I tua ma schwaa beim Rechna und Addiern
Und wea dafia a Nosn hod, der steßt se gsund bei mia
Zu vü Promü, des is ollas von wos i zīvü hob
Und des wird a so bleibn, bis in mei Grob
I HOB AN GLÜCKSSTERN, nua leuchtn tuat a ned fia mi
Hob mehr des Pech pocht
Oiweu nua Pech ghobt
Weu mei Stern do drobn is hi
Der Titelsong des (vergriffenen) zweiten Ostbahn-Kurti-Albums zählt seit eineinhalb Jahrzehnten zu den Höhepunkten jedes Chefpartie Konzerts. Freunde des heute bereits legendären "Espresso Rosi" haben übrigens Grund zur Freude: Wie aus gewöhnlich gut informierten Halbweltkreisen verlautet, will Frau Rosi, die seit der gesundheitsbehördlichen Schließung ihres Lokals vor 16 Jahren im Bereich der Partnervermittlung tätig war, noch im ersten Halbjahr 1994 mit der Eröffnung eines neuen Etablissements in das Gastgewerbe zurückkehren. Dr. Kurt und die Partie wünschen ihr viel Erfolg und werden selbstverständlich regelmäßig über die neuesten gastronomischen Entwicklungen informieren.
NOCHTSCHICHT
(J. Havlicek, A. Zech/O. Kurti)
Die Version des "Afoch"-Jams von Dienstag (12.10.) fiel einem technischen Gebrechen zum Opfer. Das machte einen kühnen tonchirurgischen Eingriff notwendig: In einer dramatischen Notoperation gelang es Dr. Vates, das "Ganz afoch" von Dienstag so mit dem "Afoch"-Jam von Mittwoch (13.10.) zu koppeln, daß keine akustischen Narben zurückblieben.
GANZ AFOCH / AFOCH JAM
(J. Havlicek, A. Zech/O. Kurti) (Chefpartie)
Für "Saft & Kraft" galt die Devise, neben neuen Nummern nur Live-Versionen von bekanntem und beliebtem Liedgut zuzulassen, die sich deutlich von der Studiofassung unterscheiden. Dank des gesanglichen Einsatzes des Auditoriums und des gitarristischen Zutuns von Frau Marschall und Prinz Karasek liegt nun endlich ein "Joker"-Modell vor, das diesem Anspruch gerecht wird.
DA JOKER
(S. Miller/O. Kurti)
Aufgenommen am Mittwoch, 13.10., 17 Uhr 45, während des Soundchecks. Die letzte und gespenstischste von drei Versionen, die im leeren Zelt vor laufenden Kameras (für ein "Saft & Kraft"-TV-Special, Regie: Walter Knofel) eingespielt wurde.
GSPENSTA
(L. Karasek, J. Havlicek/O. Kurti)
Wia i mi umschau waaß i: Du bist seit ana Wochn nimma do
Oba mia is, ois wa i ned allaa
Mia is, ois wa ollas no so wias woa
I siech GSPENSTA
Und i hob Wänd de wos mit mia redn
I siech do herin GSPENSTA, de wos se grod so wia du bewegn
Und de Wänd redn mit deina Stimm
So laut, daß i a jedes Wuat vasteh
I siech GSPENSTA
De schaun so aus ois wia mia 2
Und de Wänd dazöhn ma
Wos aus uns 2 wurdn wa
Und i hea a Telefon wos garned läut
Und i waaß wann i oheb dann bist du dran
I siech GSPENSTA
Und de legn se zu mia ins Bett.
Lieg nebn unsare GSPENSTA
und i wü do auße, wü do weg.
Weu i siech überall in de 4 Wänd
Wos wa, wann i ned ollas falsch gmocht hätt
Und wann i sitzat in an Fliega
Hättast den Fenstaplatz nebn mia
Wurscht wos i probierat, i kamat ned los, ned los von dia
I siechat überall nua GSPENSTA von fria
In jeden neichn Gsicht, hinta jeda neichn Tia